Abwechslungsreiche Maltechniken

Mit Maltechniken wie Lasieren, Marmorieren oder Wickeln werden selbst Wände zu einem Gesamtkunstwerk und bekommt jeder Raum ein ganz bestimmtes Flair.

Bei einer individuellen Wandgestaltung kann man aus einem breiten Farbenschatz wählen. - © FrankU - Fotolia.com
Bei einer individuellen Wandgestaltung kann man aus einem breiten Farbenschatz wählen. (© FrankU - Fotolia.com)

So wird’s gemacht

Wände vorbereiten
Die Wände müssen eben und sauber sein – egal ob lasiert, marmoriert, gewischt oder gewickelt wird. Zu diesem Zweck werden Löcher verspachtelt und Unebenheiten mit Schleifpapier geglättet sowie die entsprechenden Flächen mit einem Staubpinsel oder Lappen gereinigt. Tapezierte Wände werden mit einem feuchten Tuch gereinigt. Befindet sich die Tapete in einem schlechten Zustand, muss sie ausgebessert oder gar entfernt werden.

Nach Abschluss der Ausbesserungs- und Reinigungsarbeiten werden die Flächen mit weißer Wandfarbe grundiert. Sobald der Anstrich vollständig getrocknet ist, kann mit der gewünschten Maltechnik gearbeitet werden.

Lasieren

Die Basis für diese Technik stellt mit farbloser Lasur angemischte Acrylfarbe dar. Je nach gewünschtem Effekt wird das Gemisch mit einem Pinsel oder Naturschwamm in möglichst langen Strichen aufgetragen. Um den Antikeffekt zu verstärken, wird die Farbe ungleichmäßig aufgetragen – die unterschiedliche Intensität der Farbe wirkt wie altersbedingtes Verblassen.

Tipp: Das Acryl-Lasur-Gemisch trocknet relativ schnell. Daher sollte bei der Bearbeitung größerer Flächen möglichst nicht allein gearbeitet werden. Außerdem ist es ratsam, die Farbe sparsam von unten nach oben aufzutragen. So kann das dünnflüssige Gemisch nicht herunterlaufen und dunkle Spuren hinterlassen.

Marmorieren

Beim Marmorieren wird die Wand gleichmäßig mit einem Schwamm bearbeitet. Der Schwamm wird mit Wandfarbe im gewünschten Farbton benetzt; dann wird die Farbe auf die Wand getupft. Der weiße Untergrund wird bei diesem Verfahren nicht vollflächig geschlossen.

Besonders schöne Effekte werden erzielt, wenn mehrfarbig gearbeitet wird. Nach Auftragen des ersten Farbtons wird die Fläche in gleicher Weise in einem zweiten, ähnlichen Ton bearbeitet, mitunter sogar in einem dritten. Wenn die gewünschte Farbabstufung erzielt ist, werden auf der Wand Adern angedeutet. Hierzu wird mit Hand gerissenes Packpapier auf der Wand angelegt und an der Risskante entlang mit einem leicht mit Farbe benetzten Schwamm gearbeitet. Die Farbe sollte von den bisher verwendeten Tönen nicht allzu stark abweichen.

Tipp: Falls die Intensität der Farben oder Ader-Kanten zu stark ist, kann die Fläche durch nachträgliches Tupfen mit weißer Farbe ausgebessert oder mit einem wassergetränkten Schwamm aufgeweicht und verwischt werden.

Wischtechnik

Bei dieser Technik wird der gewünschte Farbton nicht getupft, sondern mit einem feuchten Schwamm auf die Wandfläche gewischt. Je nachdem in welcher Richtung die Farbe verblassen soll, wird von oben nach unten oder unten nach oben gearbeitet. Je mehr Farbschichten aufgetragen werden, desto intensiver ist das Ergebnis.

Tipp: Falls die vorbereitete Farbe zu dick ist oder Klümpchen bildet, kann etwas Wasser untergerührt werden. Außerdem ist es ratsam, den Schwamm im Verlauf regelmäßig auszudrücken – wenn zu viel Farbe aufgetragen wird, entstehen Kleckse, die sich nur schwer ausbessern lassen.

Wickeln

Für die Wickeltechnik wird ein in sich aufgedrehter, fusselfreier Lappen aus Jute, Kunstleder oder Baumwolle oder ein spezieller Effektroller verwendet. Durch das gleichmäßige Rollen der mit Farbe getränkten Utensilie entstehen je nach Stoffstruktur dezente grobe bis feine Muster auf der Wand.

Tipp: Für eine größere Vielfalt in der Musterung sollten die Roll- und Druckrichtung variieren und die Stoffutensilie immer wieder neu eingedreht werden.