- © Tumisu via pixabay
| © Tumisu via pixabay

Wie viel kann man mit der Eigenleistung beim Hausbau wirklich sparen?

Der Bau eines Eigenheims ist für viele Menschen ein Traum, der jedoch oft mit erheblichen Kosten verbunden ist. Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, besteht in der Eigenleistung, auch bekannt als „Muskelhypothek“. Dies bezeichnet den Einsatz eigener Arbeitskraft und Fertigkeiten beim Hausbau. Aber wie viel kann man wirklich sparen, wenn man Eigenleistung einbringt?

1. Potenzial der Eigenleistung: Bereiche und Einsparungen

Nach dem Rohbau ist vor dem Ausbau – während im Rohbau Eigenleistung für die meisten fachfremden und ohne Unterstützung so gut wie unmöglich ist, sieht das beim darauffolgenden Innenausbau ganz anders aus:

Einfachere Arbeiten: Tätigkeiten wie Malern, Verputzen, Bodenverlegung und Landschaftsgestaltung können oft ohne professionelle Hilfe durchgeführt werden. Diese Aufgaben erfordern weniger Fachkenntnisse und können erhebliche Kosten einsparen. Beispielsweise können Eigenleistungen im Innenausbau bis zu 20% der Baukosten ausmachen. Beim Malern eines Hauses können Sie pro Quadratmeter zwischen 10 und 20 Euro sparen, was sich bei einem großen Haus schnell summiert. Auch das Verputzen oder das Legen von Laminat liegt in einem ähnlichen Preisbereich (ca. 20 – 40 Euro pro Quadratmeter).

Komplexere Arbeiten: Arbeiten wie Elektroinstallation, Sanitärinstallationen und Dachbau erfordern spezifische Fachkenntnisse und eine entsprechende Ausbildung. Hier ist Vorsicht geboten, da Fehler in diesen Bereichen hohe Folgekosten und sogar Sicherheitsrisiken mit sich bringen können. In Deutschland sind viele dieser Arbeiten zudem gesetzlich reguliert und dürfen nur von zertifizierten Fachkräften durchgeführt oder müssen von diesen zumindest abgenommen werden. Dennoch kann man auch hier durch vorbereitende Tätigkeiten, wie Kabelverlegungen unter Aufsicht eines Elektrikers, ebenfalls sparen.

2. Persönliche Fähigkeiten und Zeit

Die Ersparnisse durch Eigenleistung im Vergleich zum schlüsselfertigen Bauen hängen stark von den eigenen Fähigkeiten und der zur Verfügung stehenden Zeit ab. Wer über handwerkliche Erfahrung und Geschick verfügt, kann mehr Arbeiten selbst übernehmen und somit mehr sparen. Auch die Verfügbarkeit von Zeit spielt eine entscheidende Rolle. Wer bereit ist, Wochenenden und Urlaubszeit zu investieren, kann die Baukosten erheblich reduzieren. Wichtig ist jedoch eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der verfügbaren Zeit – am besten rechnet man bei jedem Projekt mit einem sehr großen Puffer.

3. Material

Bei der Eigenleistung sollte man nicht nur die Lohnkosten, sondern auch die Materialkosten im Blick haben. Während Handwerksbetriebe oft günstigere Einkaufspreise für Materialien erzielen können, muss man als Privatperson unter Umständen höhere Preise zahlen. Außerdem kann hochqualitative Ware unter Umständen gar nicht zu bekommen sein, weil sie nur an gewerbliche Kunden verkauft wird.

4. Beispiele für Eigenleistungen und deren Einsparpotenzial

  • Malerarbeiten: Malerarbeiten im Innenbereich können pro Quadratmeter zwischen 10 und 20 Euro kosten. Bei einer 150 Quadratmeter großen Wohnfläche können so zwischen 1.500 und 3.000 Euro gespart werden.
  • Bodenverlegung: Die Verlegung von Laminat- oder Vinylböden kostet bei professioneller Ausführung zwischen 20 und 40 Euro pro Quadratmeter. Wer diese Arbeiten selbst übernimmt, kann bei einer Fläche von 100 Quadratmetern zwischen 2.000 und 4.000 Euro sparen.
  • Landschaftsgestaltung: Die Gestaltung des Gartens kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Eigenleistung bei der Pflanzung, dem Bau von Terrassen und Wegen kann erhebliche Kosten sparen.

Gestaltung Kinderzimmer - © artus foto via pixabay
Gestaltung Kinderzimmer (© artus foto via pixabay)

Viel Ersparnis aber auch viel Arbeit

Eigenleistung beim Hausbau bietet ein erhebliches Einsparpotenzial, insbesondere bei einfacheren Arbeiten wie Malern und Bodenverlegung. Entscheidend sind dabei die eigenen handwerklichen Fähigkeiten und die zur Verfügung stehende Zeit. Komplexe und sicherheitsrelevante Arbeiten sollten jedoch Fachkräften überlassen werden, um hohe Folgekosten und rechtliche Probleme zu vermeiden. Eine sorgfältige Planung und realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten sind dabei unerlässlich, um das Maximum an Einsparungen zu erzielen, ohne die Bauqualität zu gefährden.