Werden bis zu 3.000 Wohnungen zurückgekauft?

Um den Wohnungsbestand der städtischen Wohnen in Dresden (WID) aufzubauen und wegen der steigenden Baupreise will Dresden bis zu 3.000 der 2006 verkauften Woba-Wohnungen vom Konzern Vonovia zurückkaufen. Der Deal geht jetzt in die nächste Phase.

Im Frühjahr haben Vonovia und die Stadt Dresden eine Vereinbarung geschlossen, in dem es auch um einige der ehemaligen Woba-Wohnungen geht. Vonovia will 6.000 Wohnungen in Dresden verkaufen. Diese sind nun definiert, werden aber noch nicht konkret benannt, um Unruhe unter den Mieterinnen und Mietern zu vermeiden.

Bevor Vonovia damit an den freien Markt geht, bekommt die WID ein Vorkaufsrecht. "Die Stadt erhält sozusagen den ersten Zugriff, kann sich Wohnungen aus den angebotenen Beständen aussuchen", so Dresdens Vonovia-Chef Sebastian Krüger. "Die Wohnungen, die die Stadt nicht kaufen möchte, werden dann auf dem freien Markt angeboten."

Wo sich die Wohnungen befinden

Die zum Kauf angebotenen Wohnungen seien über den kompletten Bestand von Vonovia verstreut, also in vielen unterschiedlichen Stadtbezirken und -teilen – und nicht ausschließlich Plattenbauwohneinheiten beispielsweise in Prohlis oder Gorbitz, erläutert Krüger. "Vonovia habe bewusst Einheiten herausgesucht, die es der WID erlauben, einen Bestand aufzubauen, der sich auch gut bewirtschaften lässt." Es seien Wohnungen verschiedener Bauart und Ausstattung ausgewählt worden.

Vonovia hat das Interesse, sogenannte Quartiere in Dresden zu bilden – also mehrere Bereiche mit möglichst vielen Wohnungen, weil so Hausmeisterdienste und was sonst alles anfällt einfacher organisiert werden können, als wenn einzelne Wohnungen quer über die Stadt verteilt sind und weite Wege anfallen.

Wer entscheidet, über welche Wohnungen verhandelt wird

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat die WID beauftragt, das Projekt zu betreuen. "Jetzt geht es erstmal darum, geeignete Wohnungen zu identifizieren", erklärt OB Hilbert. "Dabei werden wir finanzielle Aspekte genauso berücksichtigen wie soziale und städtebauliche Faktoren. Wenn sich die Landeshauptstadt zum Ankauf von Wohnungen entschließt, muss davon ein Impuls für die Gesamtentwicklung der Stadt ausgehen."

Wegen der aktuellen Baupreisentwicklungen sei der Neubau von Sozialwohnungen eine echte Herausforderung, sagt WID-Chef Steffen Jäckel. "Unser Auftrag lautet, bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Haushalte in Dresden dauerhaft anzubieten. Das ermöglicht uns unter anderem auch der Ankauf von Beständen von Vonovia."

Was das für die Mieterinnen und Mieter bedeutet

Es handelt sich zunächst um eine Sondierung, die keinerlei Auswirkungen für die Mieterinnen und Mieter von Vonovia habe. Die meisten der heute 38.500 Wohnungen in Dresden bleiben ohnehin bei dem Konzern. Im kommenden Jahr kommen dann sogar noch etwa 7.000 Wohnungen durch die Übernahme der Deutsche Wohnen dazu.

Sollte es zum Verkauf kommen, gebe es auch keine wesentlichen Änderungen für die Betroffenen. "Für die Mieter ändert sich nichts. Denn Mietverhältnisse sind auch bei Verkauf geschützt", so Krüger. "Es gibt das Motto: Kauf bricht nicht Miete." Die WID kann dann auch nicht die Mieten überzogen erhöhen. Aber es wird für sie natürlich andere Ansprechpartner geben.

Wie es jetzt weitergeht

Die WID hat jetzt bis November Zeit, die Wohnungen auf Herz und Nieren zu prüfen, dann soll sie Vonovia sagen, welche in der engeren Wahl sind. Die übrigen Wohnungen stehen dann zum Verkauf. Vonovia und WID steigen dann in die Verhandlungen zu Kaufpreisen ein und klären Details. Ziel sei es, dass der Deal Mitte kommenden Jahres abgeschlossen ist. Die WID kann auch weniger als 3.000 Wohnungen kaufen.

Mehr Informationen und weiterführende Artikel auf www.sächsische.de