- © TwilightArtPictures, stock.adobe.com
| © TwilightArtPictures, stock.adobe.com

Warum Teelichtofen und Co. lebensgefährlich sind

Eine clevere und preiswerte Alternative zum teuren Heizen mit Gas, Fernwärme oder Strom? Nein, nur ein schlechter Handel: sehr wenig Wärme, sehr hohes Risiko.

Die Temperaturen sinken, die Heizkosten steigen. Sogenannte Teelichtöfen, die beliebten Deko-Kamine oder gar Holzkohlegrills erscheinen da so manchem als Wärmequellen, die dabei helfen könnten, günstig durch den Winter zu kommen. Die Gefährlichkeit dieser Energiespartrends wird dabei meist unterschätzt. Isolde Klein, Versicherungsexpertin beim Direktversicherer CosmosDirekt, erklärt, warum die scheinbaren Heizalternativen nicht zu empfehlen sind – und was man grundsätzlich für den Brandschutz in den eigenen vier Wänden tun kann.

Gefährliche Konstruktionen für Wärme durch Kerzen

Ein paar Teelichter, ein preiswerter Tonblumentopf, ein Untersetzer und eine Gewindestange – fertig ist der Teelichtofen. Mittlerweile kursieren zahlreiche Anleitungen für diese Do-it-yourself-Konstruktionen im Internet. Sie sollen günstige Alternativen zum Heizen bieten, sind jedoch vor allem eines: brandgefährlich. Denn die in ihnen entstehende Wärme ist nicht nur zu gering, um einen Raum zu beheizen oder gar eine Heizungsanlage ersetzen zu können. Die selbstgebastelten „Öfen“ bringen auch eine hohe Brandgefahr mit sich, denn Teelichter bestehen aus dem Erdölprodukt Paraffin, das nicht mit Wasser gelöscht werden kann. Lässt sich das brennende Teelicht nicht auspusten, muss die Flamme durch Abdecken erstickt werden. Darüber hinaus können sich zu eng aneinander stehende Teelichter schnell entzünden, wodurch ein Wachsbrand entstehen kann. Und dieser sollte ausschließlich mit einer Löschdecke oder einem Feuerlöscher – auf keinen Fall aber mit Wasser – gelöscht werden, da das den Brand weiter anfachen würde.

„Damit es gar nicht erst zu einem Brand kommt, sollte man grundsätzlich bei offenen Flammen wie beispielsweise Teelichtern oder Kerzen immer Vorsicht walten lassen und diese niemals unbeaufsichtigt brennen lassen“, sagt Isolde Klein. Ein weiteres Argument gegen das Heizen mit Teelichtern: Viele Kerzen in einem Wohnraum sorgen schnell für ein ungesundes Raumklima. Denn jede Flamme verzehrt stetig Sauerstoff und verunreinigt mit ihren Verbrennungsprodukten die Atemluft im Zimmer. Wer in einem kleinen Raum sehr viele Kerzen entzündet, wird ziemlich schnell Kopfschmerzen bekommen.

Dekoration bleibt Dekoration, Grill bleibt Grill

Ethanol-Kamine sorgen für eine gemütliche, wohlig warme Atmosphäre ohne Rauch und Ruß. Als echte Heizalternative sind die Deko-Feuerstätten jedoch nicht geeignet. Denn sie geben zwar Wärme ab, gleichzeitig aber auch Schadstoffe. So können beim Verbrennen des Ethanols neben giftigem Kohlenmonoxid auch krebserregende Stoffe wie Formaldehyd, Benzol oder Feinstaub freigesetzt werden. Und: Bei der Bedienung und beim Nachfüllen solcher Kamine ist höchste Vorsicht angeraten, sie sind ganz und gar kein „Heizgerät für die ganze Familie“. Noch viel gefährlicher ist die Nutzung eines Holzkohlegrills zum Heizen. Wird die Kohle in geschlossenen Räumen angeschürt, besteht nicht nur eine hohe Brandgefahr, sondern auch das Risiko einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid, die zum Tod führen kann.

Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder retten Leben

Alarmsysteme wie Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder sind echte Lebensretter und wichtig für die eigene Sicherheit. In Schlafzimmern, Kinderzimmern und allen Fluren, die als Fluchtweg dienen, sind Rauchmelder deshalb bundesweit für den privaten Wohnraum in jedem Fall Pflicht. Ob und in welchen Räumen gegebenenfalls zusätzliche Rauchmelder angebracht werden müssen, entscheidet das jeweilige Bundesland. Im Freistaat Sachsen ist es seit 1. Juni 2022 Pflicht, in Wohngebäuden dafür zu sorgen, dass Flure und alle Räume, in denen Personen schlafen, mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sind. Die Übergangsfrist für die Installationspflicht endet am 31. Dezember 2023.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Kohlenmonoxid-Melder in Schlaf- und Aufenthaltsräumen anzubringen. Kohlenstoffmonoxid (CO) entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Kraft- und Brennstoffe. Sind beispielsweise Abluftrohre in Heizungsanlagen oder Gasthermen verstopft, undicht, technisch defekt oder ist die Frischluftzufuhr nicht ausreichend, kann CO freigesetzt werden und Vergiftungen verursachen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Das farb-, geschmacks- und geruchslose, giftige Gas ist dabei besonders gefährlich, weil es durch Böden, Wände und Decken gehen kann. Die Gefahrenquelle muss sich also nicht unbedingt in der eigenen Wohnung befinden! (ots)