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Fokus auf Starkregen-Gefahren

Was würde passieren, wenn es in Dresden so stark regnet wie bei der Jahrhundert-Katastrophe im Ahrtal im Sommer 2021? Eine neue Gewässerkarte des Umweltamts zeigt ein solches Szenario – und liefert nützliche Informationen.

Das Dresdner Umweltamt hat eine neue Ausgabe der „Stadtkarte 2022 – Oberirdische Gewässer“ vorgelegt. Darin sind die jüngsten Erkenntnisse zu Überflutungsgefahren bei extremem Starkregen im Stadtgebiet dargestellt. In der Karte im Maßstab 1:22.500 und einem Beiheft sind Informationen zu allen 544 Fließgewässer, 238 Quellen, 285 stehenden Gewässer sowie zu vorübergehend freigelegtem Grundwasser enthalten.

Zusätzlich zeigt die Karte schematisch die Überflutungssituation für den Fall, dass es in Dresden so heftig regnen würde wie im Juli 2021 im Ahrtal. Welche Stadtgebiete wären gefährdet? Welche Straßen wären betroffen? Ist das eigene Haus oder die eigene Wohnung dabei? Interessierte Dresdnerinnen und Dresdner können ab sofort Einzelexemplare der Gewässerkarte kostenfrei erhalten: Abholung direkt im Umweltamt, Grunaer Straße 2, Zimmer W 140 (geöffnet Mo, Di und Do jeweils von 9 bis 12 Uhr, sowie Di und Do von 13 bis 17 Uhr, Telefon: 0351 4886251). Wer sich zum Schwerpunkt-Thema informieren möchte, kann auch ein Internetangebot nutzen: Erläuterungen zum Thema Starkregenvorsorge befinden sich unter www.dresden.de/starkregen 

Starkregen: Herausforderung für natürliche und technische Ableitungssysteme

Im Themenstadtplan unter stadtplan.dresden.de beim Thema „Umwelt - Hochwasser & Starkregen“ Starkregen wird anschaulich erklärt, wie die Überflutungsflächen ermittelt wurden. Informationen zu den Dresdner Gewässern können unter www.dresden.de/gewaesser und ebenfalls im Themenstadtplan unter stadtplan.dresden.de beim Thema „Umwelt – Wasser - Oberirdische Gewässer und Quellen“ eingesehen werden. Dort sind in „Gewässer-Steckbriefen“ viele Informationen zur Ökologie, Hydrologie aber auch zur Geschichte ersichtlich.

Umweltamtsleiter Wolfgang Socher erläutert: „Dresden hat mit seinen vielen Gewässern einen Schatz, der in Zeiten des Klimawandels eine besondere Bedeutung erlangt. Als blaues Rückgrat des ökologischen Netzes müssen wir sie pflegen und ihnen wieder mehr Raum geben. Denn eine der Folgen des Klimawandels sind Starkregen-Ereignisse, die alle Ableitungssysteme überfordern können. Mit den verheerenden Überflutungen im Ahrtal wurde deutlich, wozu das führen kann. Auch in Dresden sind heftige Regenfälle möglich. Dann haben besonders die kleinen Gewässer eine wichtige Funktion – sie können größere Wassermengen abführen und so Überschwemmungen oder wild abfließendes Wasser in Stadträumen abmildern“. Nach Experteneinschätzung ist auch in Sachsens Landeshauptstadt mit einer weiteren Zunahme der Starkregenintensität und -häufigkeit zu rechnen.