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Donnerstag, 20. Mai 2010
Der Traum vom eigenen Bauernhaus kann schnell zum Albtraum werden. Bauernhäuser bieten in der Regel viel Platz für einen Ausbau. Jedoch muss vor dem Erwerb eines solchen Objektes bedacht werden, dass Modernisierungsmaßnahmen oft sehr aufwendig sind und nicht jede bauliche Veränderung durchgeführt werden kann. Neben gestalterischen Überlegungen und finanziellen Möglichkeiten sollten daher mögliche Schäden und entsprechende Lösungsmöglichkeiten in die Planung einbezogen werden. Bei klassischen Bauernhäusern liegen Wohn- und Scheunenteil unter einem Dach. Der Wohnbereich ist als Fachwerk mit gemauertem Sockelgeschoss ausgebildet; die Scheune zumeist vollständig aus Holz. Das Erdgeschoss des Wohnteiles beinhaltete früher Gewölbekeller, Abstellräume und Ställe; darüber lagen die Wohnräume. Auch der hohe Dachraum diente als Speicher und Abstellfläche. Die Raum- und Fenstergrößen, aber auch die Geschosshöhen des Wohnteiles eines Bauernhauses sind vergleichsweise gering. Dagegen ist die Scheune von dem hohen Tennenraum mit Toreinfahrt und dem seitlichen Heu- und Strohlager geprägt. Solche architektonischen Besonderheiten sollten bei der Projektion eines Umbaus Berücksichtigung finden; denn durch unpassende Fensterformen und -größen kann der Charme solcher Objekte verloren gehen. Typische Schäden Insbesondere im Wohnteil kann die Konstruktion durch aus dem Erdreich aufsteigende Feuchtigkeit, Salzausblühungen und Schädlingsbefall angegriffen sein. Im Untergeschoss lässt sich die Feuchtigkeitsproblematik in der Regel nur durch einen Teilabriss mit anschließendem Neubau lösen. Daher sollte überlegt werden, ob es wirklich notwendig ist, das Erdgeschoss als Wohnraum auszubauen. Ein weiteres Problem können undichte, winddurchlässige Fugen zwischen Holzwerk und Ausfachung des Fachwerkes sein. Hier muss die Dämmproblematik in die Planung einbezogen werden. Durch Verschiebungen des Kellergewölbes oder ein unzureichend tief eingebrachtes Fundament können sich Risse in den Außenwänden gebildet haben. Die Ausfachungen aus Lehmgeflecht, Feld- oder Ziegelsteinen sind mitunter derart instabil, dass sie ausgetauscht werden müssen. Dazu weisen viele konstruktive Elemente nach heutigen Standards eine zu geringe Tragfähigkeit auf. So muss beispielsweise als Voraussetzung für eine Neueindeckung des Daches oftmals die Verstärkung des Holztragwerks vorgenommen werden. Geringe Standards Oftmals ist nicht nur die Bausubstanz in alten Bauernhäusern marode, sondern auch die Haustechnik. Dazu ist der Umfang vorhandener Installationen zumeist sehr spartanisch. So kommt es nicht selten vor, dass es weder ein Bad noch eine moderne Toilette gibt. Einige Objekte verfügen nicht einmal über einen Anschluss an die öffentliche Entwässerung, sodass auch Möglichkeiten der Abwasserentsorgung fokussiert werden müssen. |
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